Mut oder doch Vertrauen?

Wie oft höre ich in letzter Zeit den Satz „Du bist mutig? So ganz alleine und dann auch noch in Sizilien!“. Auf diesen Satz antworte ich oft wie aus der Pistole geschossen. „Ach was, das kann doch jeder machen, wenn er möchte und die Umstände es zulassen.“

Wenn ich dann für mich bin und mir über dieses Wort „Mut“ wieder Gedanken mache, dann merke ich wie mein Kopf verschiedene Verbindungen herstellt zu diesem einen Wort. Natürlich gehört viel Überwindung dazu ein sicheres Leben gegen ein Abenteuer einzutauschen und ja, eine gewisse Portion Mut gehört dazu. Andererseits könnte aber auch der Gedanke hoch kommen, dass es feige ist nicht sesshaft zu werden. Es kommt immer auf die Sichtweise an.

Wenn dieses Wort alleine steht, ist es sehr mächtig und vermittelt oft Angst neue Wege zu gehen. Für mich bedeutet Mut nicht nur, dass ich etwas wage, sondern auch Vertrauen. Nicht nur Vertrauen in mich selbst und meine Stärken, sondern auch Vertrauen in andere Menschen. Es ist auch mutig auf andere Menschen zu zugehen. Es ist mutig mit jemand seine Gedanken, Sorgen und Nöte zu teilen. Es ist mutig zu seiner Meinung zu stehen, auch wenn andere Menschen einer anderen sind. – Und ja, es ist mutig neue Wege zu gehen und alles hinter sich zu lassen. Wenn ich es aber anders formuliere, dann ist da auch Vertrauen. Ich vertraue darauf, dass ein Mensch mich nicht abweist, wenn ich auf Ihn zugehe. Ich vertraue darauf, dass jemand sich meine Gedanken, Sorgen und Nöte anhört. Ich vertraue darauf, dass der andere Mensch meine Meinung respektiert. Ich vertraue auf meinen Körper, dass er mich Schritt für Schritt durch das Abenteuer leitet.

Die Kombination Mut und Vertrauen gibt mir an Tagen, an denen ich zweifel oder ich zum zigsten Mal meine Ausrüstung checke, das richtige Gefühl! Deswegen sage ich jedes Mal zu mir selber: „Umso mehr Vertrauen ich in mich und andere habe, umso weniger Mut ist notwendig den nächsten Schritt zu tun!“. Leich ist das nicht, aber mit jedem bisschen wird es besser.

Unter den sogenannten „Thru Hiker“, so nennen sich Menschen die Fernwanderwege komplett von Anfang bis Ende laufen, gibt es den Spruch: „The trail provides!“. Schon während meiner Transalp letztes Jahr hat mich dieser Satz getragen und am Ende kam ich immer gesund und wohlbehalten an meinem Ziel an. Es ist ein gewisses Vertrauen in diesen Spruch, der dir in schwierigen Phasen Kraft geben soll. Ich habe bisher weiterhin nur einen groben Zeitplan der nach Kilometer geht und auch nur grobe Ziele, die ich auf jedenfall sehen und erleben möchte. Ansonsten werde ich mich buchstäblich überraschen lassen und Schritt für Schritt meinen Weg gehen 🙂

P. S. Ist der Spruch „The trail provides!“ nicht auch passend für den normalen Lebensalltag? Mal darüber nachdenken 😉

Gruß Michi

Werbeanzeigen

Die letzen Wochen – Zwischen Vorbereitung und Wanderungen

Heute in 178 Tagen werde ich aufbrechen, somit in weniger als 6 Monaten! Aktuell nutze ich die Zeit um an den Wochenenden ein Paar Rundwanderwege in unserer Gegend zu erkunden. Unter der Woche muss ich mich oft selber bremsen immer nur an Equipment und die Reiseroute zu denken. Das ist natürlich nicht leicht, bei so einer langen Vorbereitungszeit und selbst wenn ich mich sehr gut vorbereite, wird mir bestimmt was fehlen, selbst wenn ich zu viel dabei habe 😀

In den letzen Wochen war ich rund um Schwäbisch Hall wandern, habe bei der Genießertour in den Weinbergen Rund um Niedernhall teilgenommen und letztes Wochenende war ich im Naturpark Frankenhöhe wandern. Bei jeder Wanderung und jedem Schritt merke ich, wie sich immer mehr Vorfreude in mir ausbreitet! Alle 3 Touren in den letzten Wochen waren sehr schön. In Schwäbisch Hall lief ich mit meinem Kumpel Jochen durch die Altstadt zum Kloster Grosscomburg hoch. Von diesem tollen Weg, der hinauf zum Kloster führt, war ich positiv überrascht!

Vom Kloster aus ging es über Hessental zum Einkorn hinauf. Angekommen auf dem Einkorn, legten wir eine Pause ein und stiegen danach den Aussichtsturm hinauf, um einen Blick über das Kocher- und Jagsttal zu bekommen. Wir genossen die Aussicht und gingen danach über den „Schmetterlingspfad“ hinab nach Hessental. Dieser Weg ist echt total schön und ja sogar „echte“ Schmetterlinge waren hier zu beobachten 😉 Auf dem Weg zurück nach Hessental liefen wir auch auf dem „Seeweg“. Auf diesem Weg wurden Juden und andere Minderheiten entlang getrieben um vor den heranrollenden Truppen aus dem Westen nach Dachau zu gelangen. Es war einer der vielen sogenannten „Todesmärsche“…

Vor einigen Tagen erhielt ich leider auch die Nachricht, dass Eurowings den Flughafen von Palermo nicht mehr ansteuern wird und somit änderte sich auch mein Flug. Ich werde nun von Stuttgart nach Düsseldorf fliegen und dann weiter nach Catania. Die Stadt Catania liegt an der östlichen Küste von Sizilien und südlich von Messina, am Fuße des Ätna. Wer meine Route schon kennt, der weiß, dass ich rund um den Ätna laufen werde. Die ca. 600 km, welche ich von meinem eigentlichen Startpunkt Trapani entfernt bin, werde ich vollends mit dem Zug fahren. Ich nehme es sportlich, da ich nun auch die Möglichkeit habe, diese schöne sizilianische Stadt zu erleben. Die Zugfahrt nach Palermo bekomme ich von Eurowings im Nachgang erstattet. Meine Reise startet somit nicht direkt in Palermo, sondern in Catania und ich werde schon mal vorab einen Blick auf den Ätna erhaschen!

Habe ich alles an Equipment? Brauche ich noch etwas? Diese Frage stelle ich mir fast jeden Tag und das wird glaube ich auch bis zum Start nicht aufhören… 😀 Seit Monaten überlege ich mir eine „Smartwatch“ zu kaufen um einfacher zu navigieren und mein Garmin Fahrradcomputer als „Backup“ zu haben. Der Garmin Fahrradcomputer hat mich bei allen Fahrradtouren super unterstützt, aber ist bei Wanderungen nicht so super, da man ihn nicht so befestigen kann, dass die Strecke durch einen schnellen Blick ersichtlich ist. Nach mehreren Berichten im Internet war ich sehr von Suunto begeistert, da diese Outdoor Uhr mit einem integrierten Kompass arbeitet und nicht jeden Schnick-Schnack einer heutigen Smartwatch hat. Dies brauche ich nicht. Ich brauche eine Uhr mit Kompass, einer guten Laufzeit und die Fähigkeit der Navigation. Als ich dann las, dass einer quer durch Neuseeland nur mit der Suunto 9 gelaufen ist, habe ich Sie mir bestellt. Durch verschiedene Rabattcodes hatte ich auch noch Glück und die Uhr wurde 50 % billiger, was für mich perfekt war, weil ich es nich einsah über 300 € für eine Uhr auszugeben. Die gestrige Wanderung durch den Naturpark Frankenhöhe sollte als Test für die Navigation dienen. Die Wanderung ging vom Bahnhof durch die großzügig angelegten Streuobstwiesen, welche rund um Burgbernheim liegen. Durch das Stadtzentrum ging es in Richtung des „Himmelfahrtsberges“. Ab da ging es die restlichen 10 km durch den Wald. Oft lief ich auf dem Weg „Europäische Wasserscheide“ entlang. Die Wanderung war echt schön! Die Ausschilderung war für mich weniger hilfreich, da ich die Route kombiniert habe, somit musste ich immer wieder einen Blick auf meine Uhr werfen. Die Navigation war super und durch den eingebauten Kompass hatte ich nie ein Problem den richtigen Weg zu finden. Auch wenn man bei dieser Uhr keine „Topografischen Karten“ hat, findet man dennoch sehr gut zurecht. Die Wanderung verlief zu 90 % auf Schotter- oder Waldwegen und war fast immer weit weg von einer Straße und somit war es sehr ruhig. Mich verwunderte es, dass ich keine Wanderer traf, stattdessen aber einen Pfau, wie Ihr in meinen Bildern sehen könnt! 🙂 Die Entscheidung nach dieser Tour ist klar, dass ich diese Uhr behalten werde, da ich bei über 20 km Navigation weniger als 20 % Akku verlor und das obwohl das Display durchgehend an war! Das bedeutet auch eine Sorge weniger, da ich nun mein Garmin Edge Explore 820 als „Backup“ nutzen kann! Das beruhigt mich ein wenig! 🙂

In den nächsten Woche werde ich mich weiter bemühen um Organisationen und auch Firmen für mein Vorhaben zu begeistern! Ich hoffe natürlich, dass in den nächsten Wochen noch mehr Wetteinsätze eintrudeln und sich somit noch mehr Leute finden, die etwas für andere Menschen tun werden! An alle ein herzliches Dankeschön, die schon einen Wetteinsatz online gestellt haben! Vielen Dank! Dennoch versucht mit mir weitere Menschen dazu zu bringen, etwas für den guten Zweck zu tun!

Euer Michi! 🙂

Die heiße Phase beginnt…

Hey, 🙂

die ersten Tage im August 2019 sind schon wieder rum und ich werfe den Blick nur kurz zum Kalender, um zu merken, dass es nur noch 6 Monate und 20 Tage sind. Ich weiß noch, wie schnell damals die Zeit vorbei ging, als ich mich für die Transalp letzten Jahres entschied. Jetzt sitze ich hier und denke oft „Woah, ich will los!“ Und an anderen Tagen „Oh man, das geht alles so schnell!“

In den letzten Tagen muss ich vor allem daran denken, wie schnell wir von der einen Jahreszeit zur anderen springen und schon wieder ist ein Jahr rum. In den nächsten Monaten werde ich versuchen nochmal alle wichtigen Menschen, die weiter fort wohnen, zu besuchen und schon alleine in dieser Sache fühle ich mich total ausgeplant.

Trotz allen Gedanken, ob ich noch alles unter den Hut bekomme und manchen Sekunden wo ich kurz zweifle, überwiegt die Willenskraft dieses Abenteuer anzugehen. Ich brenne darauf los zu gehen und die Natur und Menschen zu erleben. Das besondere dabei ist, ich erlebe es auf meine Art und Weise!

In den letzten Tagen habe ich folgendes Zitat einmal in Instagram gelesen:

Grenzen sind Phantome, gebaut von Angst, bloß in Gedanken. Wenn du einmal um dich siehst, stehen da nirgends Schranken.

Dein Weg ist frei, ganz bis zum Horizont, und bietet klare Sicht, nur gehen musst du alleine, das übernimmt keiner für dich.

Die beste Zeit ist immer jetzt, und viel grüner wird es nicht, nur – du musst dich selbst bewegen, denn das kann keiner für dich.

Julia Engelmann

Ich weiß viele Leute finden solche Texte einfach nur nervig bzw. aus der Luft gegriffen. Aber als ich das las musste ich es nochmal und nochmal lesen. Ich überschreite eine imaginäre Grenze, was ich selber nie für möglich gehalten hätte, aber es ist eine Grenze die natürlich gesetzt ist. Diese Grenzüberschreitung ist für Jahre eine Traum gewesen, an dem ich mich nie herangetraut habe und jetzt, da ich die Grenze mit einem großen Satz übersprungen habe, fühlt es sich so richtig an. Ich weiß, dass die meisten mich für verrückt erklären und ja es fällt mir am Anfang nie leicht die „Katze aus dem Sack zu lassen“, aber dann strahle ich und weiß „Ich mache das richtige!“.

Die letzten Tage habe ich alle Themen auf Arbeit geklärt und gehe nun auch offen damit um. Einerseits fällt mir eine Last von den Schultern, aber andererseits vermisse ich jetzt schon viele meiner Kollegen und Freunde und vor allem auch meine Familie.

Ich freue mich total, wenn ihr es toll findet was ich mache und es stärkt mich brutal! Heute habe ich auch meine ersten Flyer verteilt, was auch nochmal echt ein weiterer Schritt ist.

Für mich gibt es kein Zurück mehr und trotz mancher Zweifel weiß ich, dass mein Weg ab März weiter geht und ich „nur“ an einer Kreuzung abbiegen werde. Ich weiß nicht was meine Weltreise für Überraschungen bringen wird, aber ich weiß jetzt schon, dass ich zwar mit weniger Geld heim komme, aber dennoch als „reicher Mensch“ zurückkehren werde. Meine Grenze ist überschritten und es fühlt sich richtig an!

Ich freue mich auch total, dass die ersten Wetteinsätze gemacht wurden! Fordert mich heraus und lasst vor allem eurer Kreativität freien Lauf!

Vielen, vielen Dank!

Gruß Michi

Flug nach Palermo!

Hey :),

heute habe ich den nächsten Schritt in meinen Vorbereitungen erledigt: Ich habe meinen Flug nach Palermo gebucht!!! 🙂

In 212 Tagen werde ich mich auf den Weg nach Stuttgart machen und von dort aus nach Palermo fliegen!

Ich habe in den letzten Tagen immer wieder nach den Flugpreisen geschaut und habe mich heute dazu entschieden, dass ich mit Gepäckstück fliege, da ein Paketversand nach Italien mit all den Sachen die ich brauche, teurer wäre.
Ich zahle jetzt 62 € für den Flug mit extra Gepäckstück. Das sind 28 € mehr also ohne, aber die sind mir es Wert. Um ehrlich zu sein, ist es total verrückt wie billig dieser Flug ist…

Geplant ist aber, dass dies mein einziger Flug über meine Weltreise ist. Ich will so wenig wie möglich fliegen, da es für das Klima und die Natur die schlimmste Art ist zu Reisen!

Seit Freitag habe ich auch das Profil meines Instagram Accounts angepasst:

In den nächsten Wochen werde ich viele Dinge in Angriff nehmen! Es ist noch einiges zu tun, aber ich glaube, dass ich auf dem besten Weg bin.

Ich möchte mich auch nochmal bei allen bedanken, die mir Mut zu sprechen! Ich weiß, dass es mich herausfordern wird und es nicht immer leicht wird, mein Heimweh oder meinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden.

Bleibt dran und bis bald!

Gruß Michi

Sans-Papiers

Hi,

gestern war ich auf dem Konzert von Max Herre. Wer ihn nicht kennt, er war der Sänger/Rapper der Gruppe Freundeskreis, welche Mitte/Ende der 90er aktiv war. Seither bringt er eigene Platten raus, aber der Sound hat sich nicht geändert.

In diesem Song, welcher erst im August offiziell auf dem neuen Album veröffentlicht wird, geht uns um einen Jungen der sich als Flüchtling in einem fremden Land befindet.

Der Name des Songs ist „Sans-Papiers“. Das ist französisch und bedeutet „Papierloser“. Den Begriff „Sans-Papiers“ ist seit März 1996 der Name einer Bewegung. Im März 1996 wurde eine Kirche von 300 Westafrikaner/innen in Paris besetzt. Seitdem ist dies eine Bewegung die in ganz Frankreich verbreitet ist. Im Internet habe ich ein Statement dieser Bewegung aufgeschnappt:

»Ich werde versuchen, den Sinn von dem Kampf zu erklären, den wir seit über einem Jahr in Frankreich führen. Alles begann am 18. März 1996, als 300 Westafrikaner eine Kirche in Paris besetzten, um ganz einfach zu sagen: Wir sind da. Das war der erste Ruf: Wir sind da. Wir sind Männer und Frauen, die gewählt haben, in Frankreich zu leben. Jeder hat alleine alles versucht, um Papiere zu kriegen, und es hat nicht geklappt. Deswegen haben wir uns zusammengesetzt und haben eine Kirche besetzt, um den Leuten zu zeigen, was los ist. Eine Stunde später waren alle Medien da, Fernsehen und Rundfunk und Zeitungen, und dann waren auch die Unterstützungsorganisationen da, antirassistische Vereinigungen, politische Parteien, Gewerkschaften.« […]

»Seit zwanzig Jahren ist das internationale Finanzkapital bei uns und in anderen Südländern und entscheidet alles. Wir haben sowieso Regierungen, die keine Entscheidungen treffen. Die Weltbank oder der IWF entscheiden die ökonomische Orientierung. Der Staat finanziert z.B. keine Erziehung und keine Gesundheit mehr. Wenn man krank und arm ist, dann stirbt man einfach. Durch Kinderkrankheiten sterben bei uns noch kleine Kinder, jeden Tag. Das sind die Konsequenzen der Strukturanpassungsmaßnahmen und von den Schulden der Dritten Welt. Die Schulden sind da, die sollen wir sowieso bezahlen. Die Zinsen werden immer größer. In zwölf Jahren haben wir dreimal die Schulden bezahlt. 1980 haben sie den Dritte-Welt-Ländern 565 Milliarden geliehen, und 1992 haben wir 1662 Milliarden zurückbezahlt. Das heißt, das Geld kommt aus dem Süden und wird in den Banken der reichen Länder deponiert. Das ist die Situation, und man muß sich die Hauptfragen stellen: Ob es so weitergehen kann, daß die Völker der Südländer diese Schulden immer weiter bezahlen.Emigration ist die Konsequenz von den Schulden und den Strukturanpassungsmaßnahmen der Weltbank und des IWF. Es gibt einen Film, der über den Kampf gemacht wurde, und da sagt eine Frau: Wenn ich die Infrastruktur hätte bei mir, wenn ich Arbeit finden könnte, wenn ich gute Krankenhäuser bei mir hätte, dann wäre ich nicht hier. Ich würde einfach ab und zu mal Urlaub machen in Frankreich, weil es sowieso zu kalt ist im Winter. Wir wollen nicht um Papiere betteln. Diesen Humanitarismus wollen wir nicht. Das ist unser politischer Kampf und er stellt die Frage nach dem Nord-Süd-Verhältnis, den Dritte-Welt-Schulden, der Verteilung des Reichtums. Man kann nicht Stacheldrähte um Europa ziehen, solange es Armut, Elend und Krieg gibt. Man kann nicht Völker und Länder kolonisieren und dann sagen: Bleibt da, kommt nicht zu uns, wir brauchen Ruhe.« […]

Für mich ist das ein zentrales Thema meiner Wanderung durch Europa. Ich starte auf Sizilien, da die meisten Menschen nach Italien oder Griechenland mit dem Boot fliehen. Sie fliehen über das Meer nach Europa. Nicht um uns unserem Wohlstand zu berauben… Nein! Sie machen es um für sich ein Leben aufbauen zu können, da es in Ihrer Heimat nicht möglich ist. Wenn man es ganz pragmatisch ausdrücken möchte, haben wir diese Personen Ihrer Heimat beraubt in der Geschichte Europas. Heute flüchten viele vor Armut, Verfolgung, Hunger und Krieg… Wie wird es, wenn der Klimawandel durch die Großmächte nicht verhindert wird? Wir werden noch mehr Flüchtlinge bekommen.
Wir in Europa haben die Verpflichtung gegenüber der Welt hier voran zu gehen und auch weltoffen zu agieren. Das sind die Werte, weswegen wir seit mehr als 70 Jahren in Frieden und Wohlstand leben. In anderen Teilen der Welt war und ist dies nicht der Fall!
Mein Ziel ist es, genau auf diese Punkte aufmerksam zu machen und den ein oder anderen Cent an Spenden zu generieren. Das wir als Europäer unseren Mitmenschen etwas abgeben und wenn es nur ein kleiner Beitrag ist! Ich hoffe es wird einige Wetteneinsätze geben, damit wir zusammen unseren Mitmenschen helfen können!
In diesem Sinne: Hört euch den Song an und beurteilt selber, was euer Herz sagt! Mich macht dieser Song traurig und gleichzeitig bestärkt es mich in meinem Vorhaben nächstes Jahr! #Footstepsforhappiness
Euer Michi

Abgrund – Gedanken aus „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“

Hey,

ich habe heute den 2. Teil der Reihe „Café am Rande der Welt“ gelesen. In einem Abschnitt geht es darum, den Schritt los zugehen, auch wenn man vor dem geistigen Auge den „Abgrund“ sieht.

Hier der Ausschnitt: 

… „Wo wäre ich jetzt wohl, wenn diese Nacht nicht gewesen wäre?“ Ich schüttelte den Kopf. „Kaum auszudenken.“ 

„Du warst bereit dafür“, antwortete Casey. „Und aufgrund dieser Bereitschaft hast du entsprechend gehandelt.“ Ich wendete mich ihr wieder zu. „Irgendwie habe ich es einfach gewusst. Ich wusste, dass alles gut laufen würde, wenn ich mein Kanu (Lebensrucksack, hier ein Kanu) zuerst mit den Dingen befüllte, die mir am wichtigsten waren. Wie es laufen würde, wusste ich nicht. Nur, dass es gut werden würde.“

„Und so war es dann auch“, sagte sie.

Ich nickte. „In einem Maße, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.“ Ich zögerte. „Es gibt diesen Punkt, an dem man Vertrauen haben muss. Man kann etwas planen und vorbereiten, man kann darüber nachdenken und mit anderen Leuten reden … Aber dann kommt ein Moment, an dem man am Rande eines Abgrunds steht und einen Schritt nach vorne machen muss. Nur um dann festzustellen, dass da gar kein Abgrund war.

Seit wir auf diesen Planeten gekommen sind, war alles darauf angelegt, dass wir uns in diese Richtung bewegen. Wir wurden dabei unterstützt, geleitet, ermutigt … auf dem ganzen Weg. Es ist ein komplexes, wunderbar gestaltetes Spiel, das darauf ausgerichtet ist, dass wir erfolgreich sind und nicht scheitern.“

… „Wie jeder andere hatte auch ich eine Zeit, in der es mir nicht klar war. Es gab eine Zeit, in der die Ängste und Sorgen, das Sollen und Müssen sowie das Nicht-Dürfen mein Leben dominierten. Aber sobald man in Übereinstimmung mit seinem Herzen agiert und sieht, dass alles gut funktioniert, verabschiedet man sich von diesen Vorstellungen…“

Als ich diesen Abschnitt las, erinnerte ich mich an das Gefühl, als ich in New York in der U-Bahn saß. Ab diesem Zeitpunkt lebe ich nach meinem Herzen, dass was ich vorhabe ist mein aller größter Wunsch. Ich könnte das komplette Ende dieses Buches hier erwähnen, weil es so krass auf mich passt und auf meine Zukunft. Es ist nicht mehr nur eine wilde Idee und ich muss ganz ehrlich sagen, die war es eigentlich nie, seit dem ich damals diesen unbändigen Wille danach verspürte. Es kam kein vielleicht mehr in einem Satz, wo ich davon erzählte. Das einzige unklare war die Route, aber selbst die war grob im Kopf gesteckt. 

Ich glaube auf meinem Weg, welcher seit Januar begonnen hat, wird es noch viele sogenannte „Abgründe“ geben, wo ich Mut brauche den ersten Schritt zu wagen. Das sind genau die Situationen, wenn ich es meine Familie oder guten Freunden sage. Am Anfang habe ich kurz Angst, was sie sagen würden, aber nach dem es raus ist sprudeln die Worte nur so raus. Dasselbe war es, als ich meine Vorgesetzten und die Personalabteilung informierte. Der erste Schritt ist schwierig, es arbeitet in einem, aber ist es raus und man die Person überzeugt von dem Willen es zu tun, fühlt es sich wunderbar an. Als ich es letzte Woche in der Sächsischen Schweiz meinem Teamleiter erzählt habe, war es eine sehr schwierige Situation für mich. Genau hier war ein Abgrund, da er mit mir mit wanderte. Ich traute mich erst am 2. Tag. Ich habe unruhig geschlafen und war stiller als normal… Es arbeitete in mir, aber als ich es erzählte und ich den Schritt machte, waren alle Sorgen weg. 

Das verrückte ist, ich mache mir überhaupt keine Sorgen vor der Tour, sondern Sorgen darum wie es den anderen damit geht. Ich bin gespannt, wann sich dies einstellt, aber das sind die Abgründe die sich aufzeigen, weil jeder nach „Schema-F“ funktionieren muss und sich nicht traut auszubrechen. Es fühlt sich fremd an.

Wenn ich daran denke, habe ich mehr als 2 Jahre gebraucht, um diesen Traum zu verwirklichen. 

Mein Leben hat sich schon nach der Transalp geändert. Ich bin seit diesen 22 Tagen ein Mensch, der alles viel lockerer sieht und ich habe mich seither nie mehr in Situationen gebracht, wo mein Körper sagt „Pass auf!“.

Ich habe mir keine Dinge für meine Wohnung gekauft und lebe hier den „Minimalismus“. Ich gönnte mir nur einen Schaukelstuhl und nach einem halben Jahr einen einfachen Kleiderschrank von Ikea, der zusammengesteckt wird. Mir fehlt nichts! Jeden Tag aufzuwachen und zu wissen, es ist bald soweit füllt mich mit Kraft die unbeschreiblich ist. Jetzt nachdem auch meine Arbeitsstelle informiert ist, bin ich sehr befreit und sprudele noch mehr vor Energie. 

Die Abgründe werden kommen, aber ich bin bereit den ersten Schritt zu gehen. Es sind nur noch 8 Monate Wartezeit… 🙂

Euer Michi

Nächstes Equipment :)

Hey,

heute habe ich nach langer Suche endlich ein Stativ gekauft. Es ist das Pedco Ultra Pod II geworden. Mit nur 122g ist viel leichter als das bekannte Gorilla Pod und ich kann es an meinen Rucksack befestigen.

Somit kann ich nun bessere Fotos mit meinem Selbstauslöser machen und auch beim Filmen tue ich mich jetzt um einiges leichter! 🙂

Beim ersten großen Trip dieses Jahr in der Sächsischen Schweiz, werde ich es dieses Stativ testen 🙂

Bei meiner Packliste werde ich jetzt auch Stück für Stück die Gewichtsangaben ergänzen, um zu wissen, wie viel ich denn wirklich mit mir herumtrage.

In der letzten Mai Woche werde ich den Malerweg in der Sächsischen Schweiz entlang laufen. Dieser Rundwanderweg führt 112 km durch diese wunderschöne Landschaft. Ich freue mich schon darauf mein Rucksack so zu packen, wie ich ihn auch für meine Reise packen werde.

In Pfaffendorf komme ich bei einer Freundin vorbei, die vor einigen Jahren von Hohenlohe dort hingezogen ist. Sie mal wieder zu sehen, ist auch ziemlich genial 🙂

Hier findet Ihr mehr über diesen Weg, aber ich werde euch auf dem Laufenden halten 😉

Malerweg

Hier habe ich noch Bilder vom Stativ und meinem Zelt Big Agnes Copper Spur HV UL2 Zelt:

Bis bald,

Michi

Eindrücke aus der letzten Woche

In den letzten Tagen erzähle ich mehr und mehr Menschen von meinem Vorhaben. In den letzten Wochen ist so viel passiert und ich versuche gerade alles in mir zu ordnen, aber es ist so ein unbeschreibliches Gefühl anderen Menschen davon zu erzählen und man hört nur: „Wow, das ist ja genial!“. Gleichzeitig können Sie es aber auch nicht ganz greifen.

Wenn ich gerade den aktuellen Stand meiner Planungen anschauen, sind diese echt schon sehr konkret und greifbar. Nach der feststehenden Route, widme ich mich gerade allen Planungen rund um die Versicherung. Ich hole mir hier sehr viel Antworten bei anderen Blogs, Thru Hikern, Büchern und auch Personen aus Instagram.

Das Versicherungsthema ist natürlich etwas was ich klären muss, um im Ausland versichert zu sein. Klar, könnte ich das Risiko eingehen, aber dann kann die Tour schnell mal durch hohe Kosten vorbei sein. Aktuell tendiere ich dazu eine Auslandskrankenversicherung + Unfallversicherung abzuschließen. Hier bin ich für 1 Jahr ca. bei 600 – 700 €. Wo ich mich gerade noch nicht entscheiden kann, ist die freiwillige Krankenversicherung in Deutschland, da diese echt nochmal teurer ist und mich auch nur in Deutschland versichert. Der Mindestversicherungssatz ist 185 € pro Monat.

Diese Themen halten mich gerade noch am meisten auf, aber ich will diese auch zeitnah erledigt haben, damit ich mich voll und ganz auf alle weiteren Vorbereitungen stürzen kann.

Ich muss auch noch eine Situation aus dieser Woche beleuchten. Es geht um einen jungen Mann, der unbedingt mit dem Rollstuhl auf den Kilimandscharo will und es später auch schafft.

Mich hat das Lied am Ende dieses Filmes so sehr beeindruckt, dass ich es mit euch teilen möchte. Ab 1:22:00, also kurz vor dem Ende des Filmes, läuft der Song „Wahre Freundschaft“ von Enno Bunger. Ich kannte diesen Song nicht, aber seit dem ich in Verbindung mit diesem Film gesehen habe, lässt er mich nicht mehr los!

Kilimandscharo – Reise ins Leben

Das hier ist der Text:

Warum lebe ich, eigentlich?

Für Arbeit, für Freizeit?

Für Geld oder Liebe?

Und lebt jeder für sich?

Wenn ich dir dann sag:

Du lebst für die Menschen,

Die Loyalen und Treuen,

Die dich brauchen und lieben

Und dich unterstützen!

Ja, zu leben lohnt sich!

Was auch passieren wird,

Egal, wie’s mir geht

Mein Haus ist geöffnet,

Egal, wo und wie spät!

Ich werd immer versuchen,

Mein Bestes zu geben,

Für unsere Freundschaft,

Für unser Leben!

Welche Aktionen,

sind wirklich wichtig?

Erfüllen die Menschen?

Und machen sie glücklich?

Weil sie schöner als faul sind?

Als Erfolg oder Geld?

Stärker als Hass?

Als dein Videospielheld?

Ja, was auch passieren wird,

Egal, wie’s mir geht

Mein Haus ist geöffnet,

Egal, wo und wie spät!

Ich werd immer versuchen,

Mein Bestes zu geben,

Für unsere Freundschaft,

Für unser Leben!

Ja, was auch passieren wird,

Egal, wie’s mir geht

Mein Haus ist geöffnet,

Egal, wo und wie spät!

Ich werd immer versuchen,

Mein Bestes zu geben,

Für unsere Freundschaft,

Für unser Leben!

Die Melodie und der Text ist unbeschreiblich! Wenn ich diesen Text höre, weiß ich, dass es egal ist, welche Herausforderungen ich in den nächsten Monaten in der Vorbereitungsphase habe oder auch später auf meiner Tour, ich weiß, auf meine Familie, Freunde kann ich zählen. Alle die mich bisher begleitet haben und mir auch weiterhin Kraft geben für dieses krasses Ziel. Ich werde, wie auch in meiner Transalp, an meine Grenzen kommen. Jeder Tag wird neu und wird mich herausfordern, aber ich bin bereit für diesen Traum!

Es gibt mir Kraft zu wissen, dass ich unterstützt werde in meinem Traum und das ist überwältigend! Ich wünsche mir während der Tour und danach mit strahlenden Augen davon zu erzählen und ich verspreche euch, dass ich euch spüren lasse, dass Ihr ein Teil von dem Ganzen seid. Egal, ob Ihr zur Familie gehört, enge Freunde seid, „nur“ diesen Blog liest oder sogar, weil Ihr den Spendenlauf unterstützt.

Ich werde jeden einzelnen der Teil in meinem Leben ist vermissen und mich sehr freuen, wenn ich ihn wieder treffe! Jedes Abenteuer bedeutet auch etwas aufzugeben oder hinter sich zu lassen. Ich werde viel aufgeben und auch viele Menschen zurücklassen. Das weiß ich, dass dieser Gedanke einigen von euch nicht einfach fällt, dennoch lasst Ihr mich meinen Traum leben und daher passt hier der Songtext „Wahre Freundschaft“ wie die Faust auf das Auge.

In diesem Sinne – Ich freue mich zusammen mit euch auf das Abenteuer!

Euer Michi 😉

Warum bist du hier? – Wiedersehen im Café am Rande der Welt (Auszug)

… „O. K. Stellen Sie sich vor, Sie fahren Auto. Sie sind schon eine ganze Weile unterwegs. Was veranlasst Sie dazu mit dem Fahren aufzuhören?“ Jessica dachte einen Moment lang nach. „Wenn ich keine Lust mehr habe weiterzufahren?“
„Gut. Was geschieht dann?“
„Ich entscheide mich zu stoppen?“
„Richtig, aber was geschieht davor?“
Jessica sah verwirrt aus.
„Denken Sie einen Moment darüber nach“, forderte Casey Sie auf. „Was passiert, unmittelbar bevor Sie sich entscheiden, die Fahrt zu beenden?“
„Ich denke an etwas. Ich denke an etwas, das ich lieber machen möchte als Auto fahren. Ein Gedanke oder eine Idee taucht in meinem Kopf auf und gibt mir ein Signal“, antwortete Jessica aufgeregt.
Casey nickte. „Genauso ist es hierbei auch. Tag für Tag bekommen wir in jeder Sekunde Signale oder Hinweise. Jemand wie John berichtet von einer Weltreise, so wie er eine unternommen hat. Entweder wir haben keine Interesse daran, so etwas zu machen, oder irgendetwas in unserem Inneren sagt zu uns: „Hör auf Auto zu fahren und verreise! Du wolltest das schon immer machen! Warum tust du es nicht jetzt?“

Dieses Buch ist von John Strelecky und der zweite Teil seiner „Das Café am Rande der Welt“ Reihe. Den ersten Teil habe ich auf der Zugfahrt von Zermatt nach Hause gelesen. Es hat mich so gefesselt! Dieser Abschnitt erinnert mich aber an meine U-Bahn Fahrt durch New York City. Ich hatte hier genau dieses starke Gefühl „Du willst doch reisen, dann mach es!“ und prompt loderte die kleine Flamme in mir lichterloh und die Idee #footstepsforhappiness war geboren! 🙂

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Jetzt starten