Ich habe mir lange überlegt, wie ich den Rückblick auf 2020 angehen soll. Nicht in der Hinsicht, welche Geschichten ich erwähnen oder welche Bilder verwendet werden sollen. Nein, für mich ist es in den letzten Monaten nicht einfacher geworden auf dieses Jahr zurückzublicken. Zu aller erst ist pure Dankbarkeit, dass ich überhaupt im Sommer nochmal starten konnte und ein unvergleichliches Abenteuer erleben durfte. Dankbar für all die Menschen, die ich kennenlernen durfte und die mich nach Hause eingeladen haben, trotz der Situation. Es war einfach ein wundervolles Erlebnis und doch wird dies natürlich auch bei mir durch Corona getrübt. Jeder hat seine eigene Geschichte im Jahr 2020, wo Corona eine Rolle spielt. Es kann der geplante Urlaub sein, der ins Wasser fiel oder ein Auslandssemester, welches nicht möglich war. Bei mir war es ein lang ersehnter Traum der leider durch Corona zerplatzte. Dieses Jahr, mit diesen vielen Ups and Downs hat mich geprägt und die Sicht auf viele Dinge verändert. Nach dem Frühling, als ich bei meiner Mutter auf einem Luftbett für mehr als 2 Monate strandete, konnte ich das zweite Mal starten und es ging mit dem Fahrrad los. Ich machte dieses Mal nicht den Fehler und plante nur das nötigste und so wurde die Tour sehr spontan. Das beste Beispiel ist die Fahrt nach Paris, welche nie auf dem Plan stand. Zwischen der Entscheidung nach Paris zu fahren und als ich dort tatsächlich ankam vergingen keine 5 Tage. Die Entscheidung fiel in Rotterdam und auf einmal war ich nicht einmal eine Woche später in Paris. Unglaublich! Die zweite spontane Entscheidung war die Wanderung über die Pyrenäen. Noch keine Wanderschuhe und keinen großen Rucksack gehabt und schon ging es mit Sandalen und meinem provisorischen Fahrradrucksack nach Spanien. Wenn du selber dieses Dinge machst kannst du gar nicht begreifen wie verrückt diese eigentlich waren. Mit ein wenig Abstand und nachdem mehrere Leute es dir immer wieder sagen ist da schon etwas dran. 😀

Selbst der Entschluss nach Deutschland zurückzukehren, da die Coronazahlen stiegen war nicht falsch und ich bereue ihn auch nicht. Die Zeit in Straßburg und die Wanderungen auf dem Neckarsteig und dem Jagst Kulturwanderweg waren auch super schön und ich habe diese genossen. Die Zeit danach war auch einfach Klasse! Ich sah meine Freunde wieder, alte Geschätfskollegen, konnte Fussball spielen und die Zeit mit meinen Neffen und meiner Nichte verbringen. Erst die Ankündigung der zweiten Welle und den damit verbundenen Lockdown führte mir wieder vor Augen, dass da ja noch Corona da ist. Auf einmal waren geschmiedete Pläne wieder in Luft aufgelöst. Hinzu kam noch, dass ich die Zusage auf einer Huskeyfarm nicht sah, da Sie in meinem SPAM Ordner landete und später war der Platz schon vergeben. Wenn du realisierst, dass deine Pläne von jetzt auf nachher zerstört werden können, dann merkst du erst einmal wie verdammt klein du auf dieser Welt bist. Ich habe dennoch den Mut nicht verloren und gebe nicht auf. Es gibt tolle Chancen die ich weiterhin habe und welche ich angehen werde, auch wenn diese nichts mit einer „Weltreise“ zu tun haben, sind es Herausforderungen die ich mit voller Leidenschaft angehen werde, egal welche. Wir alle wissen nicht was das neue Jahr 2021 bringt, aber es wird unsere Geduld und unsere Menschlichkeit weiterhin auf die Probe stellen. Es wird nicht leicht für jeden von uns, auch wenn ein Licht am Ende des Tunnels ist. Nach vielen Runden im Gedankenkarrussell, habe ich mich aber festgelegt und ich sehe es persönlich als eine Herausforderung und Chance. Egal was kommt. Es wird was gutes sein und ich werde mein Herzblut hineinstecken und daran wachsen. Ich weiß nicht, wo ich lande und was ich machen werde, aber ich weiß, dass ich mich drauf freue und es zu meinem neuen Lebensabschnitt „Footsteps for Happiness“ dazugehört.

Winter in Hohenlohe

Als ich am Samstag auf den Wetterbericht schaute war klar, dass ich mich am Sonntag in der Früh zu einer Wanderung aufmache. Ich plante kurzerhand meine Tour und ging früh ins Bett. Um 6 Uhr klingelte der Wecker, was sich für einen Sonntagvormittag natürlich erst einmal doof anhört. Erstaunlicherweise kam ich sehr gut aus dem Bett und nach den zwei Tassen Kaffee und einem kleinen Frühstück, ging es um kurz nach 7 Uhr los. Als ich die Tür meine Wohnung verlassen hatte, war es noch dunkel und die Laternen beleuchteten die Straße. Es schneite und alles war bedeckt von einem dünnen weißen Teppich. Ich machte meine Stirnlampe an und lief los. Es ging auf in Richtung Jagsttal durch den Brüchlinger Wald. Auf dem Frankenweg „HW8“, welcher durch den Wald bis nach Langenburg ging, lief ich durch den verschneiten Wald. Die Ruhe in den Morgenstunden war wunderschön! Schon bald sah ich die ersten Rehe und Füchse über die Waldwege huschen. In meinen Gedanken war ich beim 18. September, als ich von Unterregenbach den Heimweg antrat. Man, mir kam das wie eine Ewigkeit vor in diesem Moment! Anstatt nach Langenburg abzubiegen, ging es vorbei an den „Römerwiesen“ hinab an die Jagst nach Oberregenbach. Die „Römerwiesen“ wurden so früher genannt, doch später wusste man, dass der Limes mehrere Kilometer östlich von hier war und die Bezeichnung somit nach dem heutigen Stand nicht mehr ganz korrekt ist. Ich überquerte die Brücke bei Oberregenbach wanderte hinauf zur Höhe, wo ich mich dann im Hohenlohekreis befand. Der Hermann-Lenz-Weg führt hier von Langenburg bis nach Schloss Stetten. Die Wege über verschneite Wiesen und durch kleine Waldstücke haben mir sehr gefallen. Immer wieder stehen auch kleine Geschichten zu den Orten entlang des Hermann-Lenz-Weges und so erfuhr ich, dass die „Hohe Landstraße“ zwischen Mäusdorf und Laßbach bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine wichtige Fernverbindung von Basel über Heilbronn, Nürnberg, nach Leipzig war. Auch der „Gelbe Wagen“ der Thurn und Taxis-Post fuhr auf dieser Strecke und hielt in Laßbach an der früheren Poststation. Der Weg zum Schloss Stetten ging durch den Waldfriedhof und über einen schmalen Pfad. In Schloss Stetten waren mehrere selbstgestaltete Grippen zu besichtigen. Das Schloss selber lag im Nebel ein wenig versteckt und somit ging es nach einer kurzen Vesperpause hinab nach Kocherstetten. Am Erlesbach entlang ging es durch dieses schöne Örtchen. Besonders an diesem Ort sind die schönen Fachwerkhäuser und die alte Kirche aus dem Jahre 1366 mit dem alten Fachwerkkirchturm. Entlang des Kochers ging es dann bis nach Steinbach, denn es sollte über den Tierberg wieder zurück nach Langenburg gehen. Der Blick vom Kocher auf Schloss Stetten und die Burg Tierberg war toll, denn beide lagen so ruhig und verwunschen im Nebel. Der Anstieg zum Tierberg hatte es ein wenig in sich. Erst ging es entlang der Höhe, mit dem Blick auf das Kochertal, vorbei am Dorf Weilersbach und von dort in den Wald hinein. Spontan entschied ich mich nicht über die Dörfer Winterberg und Sommerberg zur Burg hinauf zu gehen. Ich wollte durch den Wald weiter schlendern und so ging es durch den Wald auf dem Tierberg entlang und auch durch den Wald wieder runter nach Bächlingen. Dort angekommen, machte ich eine längere Pause und ruhte mich ein wenig aus, da ich nun schon fast 30 km gewandert bin ohne einen längeren Stopp. In Bächlingen führt eine alte Holzbrücke über die Jagst. Ich setzte mich in eine der Nieschen und trank meinen Tee und machte meine Mittagsrast.

Frisch gestärkt ging es nun über die „Alte Steige“ hoch nach Langenburg zum Schloss. In normalen Zeiten hätte es hier von Touristen gewimmelt, aber aktuell ist es ja nicht möglich und so war es sehr ruhig. Nur ein paar Kinder sah ich eine kleine Schneeballschlacht machen. Auf dem Rückweg ging es wieder durch den Brüchlinger Wald nach Billingsbach. Die große Winterwanderung habe ich sehr genossen. Die frische Winterluft, die Ruhe im Wald, wenn du nur die Vögel hörst und das Geräusch im Schnee, wenn du deine Schritte machst. Es gab einen kleinen Abschnitt im Wald, wo du durch einen dichten Tannenwald läufst. Der schmale verschneite Pfad und die verschneiten Tannen waren echt toll und auch wenn der Himmel durchgehen grau war, war es dennoch ein wundervoller Tag! Zu Hause freute ich mich dann auf eine Tasse Kaffee und legte die Beine hoch! Auch ich habe in den letzten Jahren viel zu wenig die Region erkundet. Natürlich den Brüchlinger Wald kenne ich, aber ich war zum ersten Mal in Schloss Stetten und auf dem Tierberg. Es war toll und ich weiß jetzt schon, dass noch einige Touren folgen werden im Schnee, denn er soll noch ein wenig liegen bleiben! 🙂

Hier noch der Link zur Tour: https://www.komoot.de/tour/301384410?share_token=ao5ZaC4DhykhUtpcBPN63MuDAM6LyDKkNhRFQC3xbsCzVNHKt1&ref=wtd

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