Malerweg

Im Frühling diesen Jahres suchte ich nach Wanderwegen innerhalb Deutschlands. Als ich die Informationen über den „Malerweg“ in der Sächsischen Schweiz las, war relativ schnell klar, dass ich diesen Weg laufen möchte.

Die Länge des Weges, welcher durch den wunderschönen Nationalpark des Elbsandsteingebirges führt, beträgt insgesamt 118 km. Natürlich wollte ich auch mein aktuelles Equipment für meine große Reise testen und somit packte ich den Rucksack, als würde ich für mehrere Monate aufbrechen.

1. Tag

Am Freitag, den 24. Mai brachen Andy, Iris und Ich mittags auf um Abends die erste Etappe des Malerwegs zu laufen.  Der Malerweg startet in Liebethal bei Pirna am Liebethaler Grund und führt weiter auf kleinen Straßen, Feldwegen und an Waldrändern entlang. Als es dunkel wurde, gingen wir hinab in den Uttewalder Grund. P1030319Dieser Weg durch den Wald ist umgeben von den ersten Felsen des Elbsandsteingebirges. Die Konturen der Felsvorsprünge im Lichtschein unsere Kopflampen war beeindruckend. Wir suchten uns nach ca. 8 km einen Schlafplatz unterhalb von einem Felsen. Andy und Iris schliefen unter offenen Himmel und ich in meinem Big Agnes Innenzelt, sodass ich einen Blick auf die Baumkronen und den Himmel hatte. Ich selber, konnte nicht so schnell einschlafen, da mich der Ausblick nicht los lies. 

Dieser nächtliche Himmel lies mich auch in die Ferne schweifen und ich dachte viel über meine Pläne nach. Vor kurzem hatte ich erst meiner Familie und engsten Freunden von meiner Weltreise erzählt. Diese Wochen waren nicht leicht, aber mein Ziel war es, dass ich es dieses Wochenende auch Andy erzählen werde, der mein Teamleiter auf Arbeit ist. So dauerte es ein wenig bis ich einschlief.

2. Tag

Am 2. Tag hatten wir vor, bis nach Altendorf zu wandern. Diese Wegstrecke sind 2 volle Etappen des Malerweg. Der Morgen war wunderschön klar und in Stadt Wehlen angekommen, füllten wir unser Mägen bei einer örtlichen, kleinen Bäckerei. Nach dieser wunderbaren Stärkung und einer Tasse Kaffee, füllten wir unsere Wasservorräte und machten uns wieder auf den Weg.

P1030334

Entlang der Elbe ging es den Schwarzbergweg hinauf zum „Steinernen Tisch“. Das gleichnamige Objekt hatte einst Kurfürst August der Starke errichten lassen, um hier anlässlich einer Jagd zu speisen. Da wir aber frisch gestärkt waren, liefen wir ohne Rast weiter zur Bastei. So waren wir kurz vor 7 an einem der schönsten Flecken der Sächsischen Schweiz. 

Neben ein paar Fotografen waren nur eine handvoll weiterer Wanderer um diese Uhrzeit schon an der Bastei. Wir ließen uns Zeit und genossen den Blick auf dieses tolle Bauwerk. Auch die Aussicht von der Bastei hinunter auf die Elbe und auf die andere Elbseite war einfach wunderschön! Danach stiegen wir ab zum Amselsee und wanderten über das Polenztal nach Hohnstein. 

Bei Hohnstein starteten wir zur dritten Etappe und liefen durch den Bärengarten, wo wir an Resten der Burgmauern vorbei kamen. 

Burgreste im Bärengarten

Nun machten wir einen Abstecher zur Napoleonschanze, welche hinter Hohnstein auf einem Hügel liegt. Hier legten wir unsere erste große Pause ein und machten uns unser Mittagessen warm, bevor wir wieder auf den Malerweg zurück zur Brandaussicht liefen. Nach diesen schönen Waldwegen ging es über Waitzdorf nach Altendorf. Kurz nach Altendorf fanden wir in der Dorfbachklamm unseren Schlafplatz auf einem Felsvorsprung. Wir machten uns ein schönes Abendessen und hatten einen sehr gemütlichen Abend zusammen.

In meinem Big Agnes Copper Spur 2 schlief ich auch am 2. Abend wunderbar! 🙂 Das Zelt ist genial, weil es so schnell aufgebaut ist und du es nur bei starkem Wind am Boden befestigen musst.

Der Tag war sehr anstrengend, da wir über 25 km zurückgelegt haben. Doch neben der Anstrengung habe ich auch heute einen sehr großen Schritt hin zu meinem Abenteuer gemacht. Als wir nach dem Mittagessen die Napoleonschanze hinab stiegen, nahm ich mein ganzen Mut zusammen und erzählte Andy und Iris von meinem Vorhaben nächstes Jahr. Natürlich habe ich vor allem Andy damit überrumpelt, aber wie die meisten Menschen, denen ich es erzählt habe, konnte auch er es schnell verstehen. Zu mir sagte eine gute Freundin mal „Du brennst dafür, dass merkt man bei jedem Wort, wenn du davon erzählst!“ 🙂 Wir redeten diesen Tag auch immer mal wieder über mein Abenteuer und somit war es neben der Anstrengung auch ein sehr ereignisreicher Tag für mich.

3. Tag

Heute war der Abreisetag von meinen beiden Begleitern, somit standen wir auch wieder mit dem Sonnenaufgang um 5 Uhr auf und starteten zur 4. Etappe des Malerweg! Über das Kirnitzschtal ging es durch das Schrammtor und den Jägersteig hinauf zu den Schrammsteinen. Diese längliche Felsanordnung ist nur durch mehrere Treppenstufen zu erreichen. Das Frühstück und der Ausblick über die Sächsische Schweiz ist aber sagenhaft! Der Aufstieg lohnt sich also definitiv!

Über den unteren Affensteinweg ging es zum Lichtenhainer Wasserfall. Der Weg hinunter an den Affensteinen vorbei, sollte am Ende der Tour eine der schönsten Wanderabschnitte sein. Über schöne Wanderwege liefen wir, Iris sogar teils Barfuß, durch diesen Etappenabschnitt. Immer wieder liefen wir an Felsen vorbei, die wie Bäume gerade in der Luft standen. Oft sahen diese Formationen aus, als hätte jemand riesige Steine aufeinander gestapelt. Am Wasserfall machten wir unsere Mittagspause und die beiden verließen mich, um rechtzeitig nach Hause zu kommen.

Nach dieser etwas längeren Pause ging es zur imposanten Felsenhöhle, den Kuhstall.

Um mein Ziel, nämlich Schmilka zu erreichen, konnte ich mir aber keine längere Pause hier leisten und somit brach ich nach einer kurzen Pause wieder auf.

Der Hinweg zur Neumannmühle war wieder ein sehr schöner Weg. An der Neumannmühle angekommen, startete die 5. Etappe. Über den Kleinstein ging es zum sogenannten Zeughaus. Die 5. Etappe ist die letzte auf der rechten Elbseite und führt entlang der tschechischen Grenze. Über den Rosssteig ging es hinauf zum Großen Winterberg.

Blick von der Goldsteinaussicht auf den tschechischen Teil des Nationalparks

Das schöne an diesem letzten Wanderabschnitt des Tages war, dass ich bis auf wenigen Ausnahmen keine Menschen hörte. Es war so schön ruhig in diesem Wald, sodass man außer Vogelgezwitscher und den Wind zwischen den Baumkronen nichts hörte! Am Großen Winterberg angekommen, war dieser schon geschlossen und ich lief zur Kipphornaussicht. Diese Aussicht auf die Elbe und die linke Elbseite der Sächsischen Schweiz ist wirklich wunderschön! Schon nach ein paar Sekunden beschloss ich, dass ich hier meine Nacht verbringen werde. An diesem Sonntagabend war neben einem Paar, welches kurz die Aussicht genoss, nur Ich!

Nach meinem Abendessen genoss ich noch einen warmen Tee und die letzten Sonnenstrahlen des wunderbaren Tages! Auf diesem Plateau legte ich mich mit Isomatte, Schlafsack und überdeckt von meinem Innenzelt schlafen. Da erkannte ich schon wieder den Vorteil von diesem Innenzelt, da ich es einfach über mich drüber legen kann ohne ein Zelt aufbauen zu müssen. An diesem Abend ging ein sehr starker Wind und somit schlief ich erst später als die letzten Nächte ein.

4. Tag

Heute früh ging es hinab zum eigentlichen Ziel der 5. Etappe, nach Schmilka. Das Dörfchen ist wunderschön und ich fühlte mich mehrere Jahrzehnte zurückgesetzt, während ich die Gassen durchging. Auf einer öffentlichen Toilette machte ich mich frisch und füllte auch wieder meine Wasserreserven auf. Danach ging ich zur Mühle des Dorfes und kaufte mir neben 2 Brötchen ein schönes, großes Stück „Eierschecke“. Dies ist ein traditioneller sächsischer Blechkuchen, der aus Hefeteig und Quark gemacht wird. Es war unbeschreiblich lecker und versetzte mich zurück in meine Kindheit, als wir oft bei meiner Oma diesen Kuchen aßen! 

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