Die Bretagne – Eine Region die einfach speziell ist!

Am Donnerstag, den 30. Juni überquerte ich den Fluss „Le Couesnon“, welcher die Grenze der Region Normandie zur Bretagne festlegt. Wie schon im letzten Bericht beschrieben, „streiten“ sich seither beide Regionen um diese Sehenswürdigkeit „Mont Saint Michel“, da Sie aber rechts der Mündung liegt gehört sie zur Normandie! Entlang vom Aussiedlerhöfen geht es in Richtung St. Malo. Nach den ersten Kilometer durch flaches Land geht es an Stränden entlang und durch kleinere Ortschaften. Der nächste größere Ort ist Cancale, von wo aus man zum „Pointe du Grouin“ gelangt. Ein wunderschöner Fleck mit seinen Grotten und kleineren Felseninseln. Als ich dort ankam und meine Pause einlegte, schaute ich einem Künstler beim Malen zu. Er hatte seine Staffelei mitgenommen und versuchte eine Szenerie zu erfassen und zu malen. Ich fand es sah sehr gut aus! 😉 Von da aus ging es die Küstenstraße in Richtung St. Malo. Es war sehr viel los an den Stränden, denn das Wetter war perfekt! Ich selber war auch das erste Mal an diesem Tag im Atlantik baden! Ich war in der Ostsee, Nordsee und nun im Atlantik! Es war nach Büsum wieder das erste Mal, dass ich baden war. Das Wetter hatte mir sonst immer ein Strich durch die Rechnung gemacht, wenn ich am Meer war! Hier in der Bretagne ist das Wasser ca. 19 Grad „warm“ und durch den Wind hat es oft nur knapp über 20 Grad Außentemperatur! 😀 Die Abkühlung Tag aber sehr gut! In der Stadt war dann so viel los! Die Strände waren voll und die Altstadt überlaufen! Es herrscht, wie in allen Altstädten oder an den Häfen in der Bretagne, eine Maskenpflicht. Die Pariser haben ein bisschen Corona eingeschleppt… Vorher hatte die Normandie und die Bretagne keine großen Fallzahlen. Eigentlich wollte ich mir hier ein Hotel gönnen, aber es war alles belegt oder zu teuer. So entschied ich mich einen Campingplatz aufzusuchen und lieber gut essen zu gehen! Ich fragte die Dame an der Rezeption nach einem guten Fischrestaurant und ging dann abends in die Stadt zu Fuß. Am Hafen vorbei ging es in die Altstadt, welche von einer Burgmauer umgeben ist und man nur über offene Tore hineinkommt. Die schmalen Gassen mit Ihren Cafés laden zum schlendern ein! Ich entschied mich für Makrele und einem Lachs! Zum Nachtisch gab es einen Apfelkuchen und einen Espresso! Das war zwar nicht billig, aber alles in allem kostete mich das mit dem Zeltplatz keine 50€ 🙂 Da hätte ich das doppelte nur für ein Zimmer bezahlt! Am gleichen Abend schrieb ich mir Ramon, den ich in der Normandie traf. Er war nun alleine unterwegs nach Roscoff. Wir scherzten damals, dass ich ihn doch einfangen kann, weil ich so schnell bin. 😀 Ich hatte ca. 400km mehr zu fahren als er und bin 2 Tage später von Paris los. 😀 Es waren 300km bis zu seinem letzten Schlafplatz bei Morlaix. Mein sportlicher Ehrgeiz war entfacht und ich wollte ihn noch einfangen. Für mich war es aber auch besonders, jemanden zu kennen und ihn zu besuchen!

Die 2 Tage nach Morlaix waren anstrengend! Die Bretagne mit seinen Hügeln lassen einen noch mehr schwitzen als in der Normandie. Ich lernte auch das sich schnell ändernde Wetter kennen. Frühs hatte ich Sonne dann gegen Mittag wurde es bewölkt und windiger mit kurzen Schauern und abends wieder sonnig warm! Trotz des sportlichen Ziels lies ich mir an den sehenswerten Orten die entsprechende Zeit! Ich startete erst gegen 8:30 Uhr in St. Malo, weil ich die Markthalle besuchen wollte. Dort deckte ich mich mit Obst, Baguette und verschiedenen Keksen ein. Der Bäcker fragte mich aus, woher ich komme und was ich mache! Er war begeistert und wünschte mir viel Glück oder besser „Bon Voyage“. Der Fischmarkt war natürlich sehr besonders! 🙂 Über die große Brücke ging es dann nach Dinard, diese Stadt liegt gegenüber von St. Malo und ist selber sehr schön mit seinen Hafen und kleineren Villen! Der Blick auf St. Malo war hier immer wieder für ein Stopp gut! Nach Dinard ging es immer wieder durch kleinere Orte an der Küste. Auch war immer wieder mal die Möglichkeit sich eine Pause an einem der vielen Aussichtspunkte zu gönnen. Der besonderste Platz und der eindrucksvollste an diesem Tag war das Cap Fréhel. Hier war der perfekte Zeitpunkt um eine längere Pause einzulegen. Dieses Cap zeigt das wilde der Bretagne und man fühlt sich wie in Schottland oder noch weiter nördlich. Um 18 Uhr war ich ca. 40km Saint-Brieuc und an einem weiteren schönen Aussichtspunkt. Dort war ein Parkplatz und dahinter standen ein Van und es war unter den Bäumen ein Platz für mein Zelt. Ich überlegte nicht zweimal und bevor ich mir bei der dicht besiedelten Rund um Saint-Brieuc etwas suche, fragte ich kurz die zwei mit dem Van. Es stellte sich heraus, dass das Pärchen Schweizer waren und somit konnten wir uns auf Deutsch unterhalten, was mich natürlich sehr freute! Nach dem Zeltaufbau ging es unten an der Küste zwischen den Felsen in einer kleinen Bucht schwimmen. Nach dem Essen konnte ich mir von einem kleinen Hügel auf den Klippen, wo auch der Wanderweg entlang führt, den Sonnenuntergang anschauen. Bis kurz vor 23 Uhr quatschten ich mit den Schweizer und wir hatten einen tollen Abend!

Der nächste Tag wurde wie angekündigt sehr anstrengend, denn ich wollte ja Ramon in Morlaix erreichen. So ging es wie sonst auch immer, schon gegen 7 Uhr los! Schon im nächsten Ort ging mir der Geruch von frisch Gebackenem in die Nase und somit hielt ich dieses Mal schon relativ bald an und kaufte mir meine Backwaren und setzte mich in die Bar gegenüber um dort mein Crossaint mit dem Kaffee zu genießen. Es war ein guter Start in den Tag! Bei Yffiniac ging es durch das Gebiet der Urne die hier in die „Baie Saint-Brieuc“ mündet. Ab diesem Tag genoss ich jeden Morgen mit dem besonderen Licht am Atlantik, auch hier war es etwas besonderes, da der Wasserstand durch die Tide sehr gering war und somit die Sonne sich in den kleinen Pfützen in der Bucht spiegelte. Die Wege durch die kleineren Waldstücke filterten die Sonne auf eine besondere Art und Weise! Wenn ich auf meine Touren schaue bin ich die ersten Stunden immer langsamer als normalerweise, ja es liegt auch an der Müdigkeit, aber ich glaube vor allem, weil ich jeden neuen Start sehr genieße! Ein Tag kommt einem so endlos vor auf dem Rad, wie auch beim wandern. Die Stadt Saint-Brieuc war im Morgen mit großem Verkehrsaufkommen kein längeren Aufenthalt wert und so ging es weiter zu dem Highlight des Tages! Es waren die Aussichtspunkte der Bucht von Saint-Brieuc. Von Brehec bis nach Paimpol war es zwar ziemlich anstrengend und ich sammelte an steilen Straßen einige Höhenmeter, aber die Ausblicke lohnten sich. Die Bucht von Brehec und das kleine Städtchen Paimpol, wo ich mir ein so leckeres Kaffeeeis schmecken lies, hat mit seinen engen Gassen, seinem schönen Hafen schon etwas zu bieten! Von Paimpol ging es nun an das Ende der Bucht zum Archipel L‘Arquest. Eine Ansammlung von Felsen lagen hier sichtbar durch die Tide im Meer und die Felsen der Insel „Ile-de-Bréhat“ konnte man so gut erkennen. Hier muss man das Gewässer kennen, sonst ist das Boot schnell kaputt, dachte ich mir. Ich lies mich nicht stressen, weil Ramon ja dem Campingplatzinhaber Bescheid gegeben hatte. Von diesem Archipel ging es nun nicht an der Küste entlang bis nach Lannion. Es ging über kleinere Dörfer in der hügeligen Landschaft hinter der Küste. Ich war froh in Paimpol mein Wasservorrat aufgefüllt zu haben, weil bis Lannion hätte es da keine Möglichkeit gegeben. Von Lannion ging es dann weiter ans Meer zurück nach Saint-Michel-en-Grève. Hier war die letzte Pause bevor es nach Morlaix ging. Die Fahrt nach Morlaix war entlang der Hauptstraße und somit nichts besonderes. In Morlaix kaufte ich mir und Ramon jeweils ein Bier und wir bestellten Pizza und ich noch Jalapeños. Mein erstes Fastfood auf der Tour! Wir beide genossen den Abend an unseren Zelten. Das lustige war, dass er von mir den anderen erzählte und die mich schon alle erwartet haben. Sie waren alle total begeistert! Am Ende standen bei 165 km über 1.600 Höhenmeter auf dem Tacho… Zum Glück ging es am nächsten Tag nur nach Roscoff (ca. 40km).

Der nächste Morgen startete entspannt. Trotz der großen Pizza bekam ich um 7 Uhr Hunger und machte mir Haferflocken und einen Kaffee. 😀 Um 10 fuhren wir zusammen zu einer Bäckerei und mit einem Kaffee und frischen Crossiant und Pain au Chocolat in Morlaix ließen wir uns an einer Kirche nieder und starteten in den Tag. Ramon erwischte keinen guten Tag und hatte starken Regen, ich dagegen fuhr zur Küste und hatte nur einen kurzen Regenschauer. Die kleineren Städtchen Carantec und Saint-Pol-de-Léon haben mit Ihrem alten Stadtkern einen besonderen Flair! In Roscoff muss man den Blick von der Kapelle auf den Leuchtturm und den Hafen genießen! Es ist ein wunderschöner Anblick, wenn die Sonne die Häuser am Hafen anstrahlt. Zur Feier des Tages gönnte ich mir eine Portion Pommes! Später genoss ich die Zeit am Zelt und am Strand. Ging schwimmen, las und schrieb ein wenig. Es war ein toller Tag und nun war ich in Roscoff. Leider ging die Fähre nicht nach Irland bzw. Sie fuhr schon, aber man darf kein Fahrrad mitnehmen. Aber ich wusste, dass mein Weg nun weiter an der Küste in der Bretagne weitergeht. Ich freute mich so sehr darauf zu starten, dass ich früh ins Bett ging um am nächsten Tag fit zu sein! 🙂

Nun ging es 4 Tage durch den schönsten Teil der Bretagne! Natürlich muss jedem bewusst sein, dass dies mit dem Fahrrad kein einfaches Unterfangen ist, denn es geht auf und ab, aber jeder kleine Berg bietet eine wunderbare Aussicht! Los ging es also von Roscoff mit einem wunderschönen Sonnenaufgang! Es ging ein wenig weg von der Küste, weil ich jeweils über die Flussmündungen des „L‘Horn“ und des „Guillec“ musste. Um diese zu überqueren musste ich immer ein wenig ins Landesinnere, weg von der Küste. Das sollte sich die nächsten Tage noch öfters so sein. Wichtig ist zu bemerken, dass die Straßen oft nicht im Tal verlaufen sondern seitlich des Flusses auf Hügeln, somit war es für den Kopf nicht immer leicht sich zu motivieren. In Plounéour-Trez fand ich einer der kleinen Supermärkte in den Ortschaften. Ich finde das echt super in Frankreich und gerade in der Bretagne wird hier vieles aus der Region verkauft. Ich füllte mein Vorrat auf und kaufte mir einen tollen Sticker der Bretagne für meine Helm! Mal ein kleines Souvenir! Ich gönnte mir dann noch ein Crêpes mit Zucker und Butter, die gerade mal 1,50€ oder 2€ kosten. Ich merkte immer mehr wie ich mich in die kleinen Ortschaften mit Ihren weißen Häusern und oft blauen Fensterläden verliebt habe. Es ist etwas besonderes, wie die Steinhäuser in der Normandie. Diese findet man hier zwar auch, aber eher im Landesinneren. Die Namen der Ortschaften und von Cafés sind oft auf Bretonisch. Bei den Ortsschildern steht immer der bretonische Name darunter! Einzigartig in der Bretagne sind die Namen mit einem „y“. Das ist sonst in normalen französischen Wörtern nicht zu finden. Vielen merkt man an, dass Sie sehr stolz auf Ihre Region sind und zeigen das mit Ihrer Kleidung, Aufklebern auf dem Auto oder im Supermarkt. Ein Highlight an diesem Tag war neben der tollen Küstenlandschaft mit Ihren Felsen im Meer, das kleine Dorf „Meneham“. Dieses liegt direkt an der Küste und ist heute ein Museumsdorf mit einer Herberge und einem Restaurant. Das Dorf stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt von kleineren Hügeln umgeben, hinter einem großen Fels, der den Westwind vom Meer vom Dorf abhält. Die „L‘Aber Wrac‘h“ und „L‘Aber Benoît“ formen zwischen den kleineren Städten „Lilia“ und „Saint Pabu“ die Landschaft. Dieser Abschnitt ist auch als „Côte des Abers“ bekannt. Diese tief, in das Landesinnere eindringende Meeresbuchten nennt man „Ria“. Der Unterschied zu einem Fjord in Norwegen ist, dass die Ria‘s nicht von Gletschern, sondern von Flusstälern geformt wurden. Die teilweise sehr steilen Abhänge kann man immer wieder von der Straße aus bewundern! Auf der Höhe des „L‘Aber Benoît“, fand ich einen perfekten Platz für mein Zelt. Ich schlug es auf an einem Menhir oder für mich einfach ein Hinkelstein! 🙂 Ich hatte zwar zweimal von Touristen Besuch bekommen, aber ansonsten konnte ich ganz in Ruhe schlafen und den Blick auf Saint Pabu am Abend genießen! Eine außergewöhnlicher Platz!

Der nächste Morgen war ein Dienstag und es war eisig kalt in den morgen Stunden! In einer Bar kurz vor Saint Pabu, wärmte ich mich bei 2 Espresso auf und konnte meine Powerbank ein wenig laden! Von Saint Pabu konnte man immer wieder ein Blick auf die Ria werfen und der Blick auf den Hafen in der Morgensonne war wunderbar! Ich konnte leider bisher noch nichts frühstücken und war froh als ich nach 2h aus dem Supermarkt voll gepackt an der Küste saß und endlich was essen konnte! 🙂 Dort lud mich eine Familie, die dort in einem Camper schlief auf einen Kaffee ein und wir plauderten ein wenig. Er war aus der Nähe von St. Malo und flüchtet im Sommer immer vor den „vielen Parisern“. Man merkte ihm sofort an, dass er die nicht leiden kann und erklärte mir wie ich Sie an den Nummernschilder erkennen kann. 😀 Ich musste mich dann verabschieden und aufbrechen, da ich Brest heute noch erreichen wollte. Der Tag hatte heute wieder wunderbare Aussichten zu bieten! Es ging nun entlang der westlichsten Teil der Bretagne und Frankreichs. Der Weg nach Brest ist nicht als Radweg bekannt. Teilweise ist dieser nicht immer ausgewiesen, aus dem Grund, weil es einfach auch sehr anspruchsvoll ist zu fahren, so hat man kleinere Abschnitte Fahrradwege und den Rest entlang der Küstenstraßen. Auch an diesem Tag stand auch der letzte Ria, der 3 an. Es war der „L‘Aber Ildut“ und dieser hatte es nochmal in sich! Ich sammelte bei der Umrundung wieder gründlich Höhenmeter von oben hatte ich aber ein wundervollen Blick auf die Hügellandschaft im Landesinneren und auf das Meer auf der anderen Seite! Den westlichsten Punkt des Festlands von Frankreichs erreichte ich dann, als ich auf die Halbinsel Kermorvan mein Fahrrad abstellte und ein wenig zu Fuß zum Leuchtturm weiterging! Weiter ging es dann über Le Conquest nach Saint-Mathieu. Der Leuchtturm wurde neben einer Abtei erbaut und ist schon mehrere hundert Jahre alt! Weiter im Landesinnern ist noch eine alte Batterie des Atlantikwalls erhalten und als Museum zu besichtigen. Ich habe aber die größte in der Normandie besucht, somit ging es nun nach Brest und der gleichnamigen Bucht. Diese Bucht ist von Natur aus sehr tief und daher ist der Hafen von Brest sehr wichtig! Ein großer Teil dient der Kriegsmarine. Es war sehr beeindruckend! Der Weg nach Brest kam mir persönlich ewig vor! Ich hielt an der nächsten Bar, lud meine Geräte auf und trank ein Kaffee. Die Stammgäste verwickelten mich in ein tolles Gespräch! Sie gaben mir auch die Adresse der Fähre, welche zum Naturschutzgebiet vom Crozon fährt. Leider war diese schon ausgebucht und so fuhr ich bis zum „Ponte de l‘Armorique“ und fand dort einen Zeltplatz auf einer Wiese! 🙂

Ich war nun in Mitten der „Rade de Brest“, also der Bucht und musste erst einmal zurück und dann durch das Hügelland, um auf den letzten der 3 Arme, welche die Bretagne ausmachen, zu gelangen. Es ging an einem sehr warmen Tag sehr früh los. Der geplante Stopp im nächsten Ort um zu frühstücken, viel leider ins Wasser und ich musste dann bis nach Daoulas fahren, aber dort genoss ich mein Frühstück in vollen Zügen! Nach Le Faou ging es hoch noch Rosnoën, wo sich nach der Ortschaft ein herrlicher Ausblick auf das Tal des Flusses „L‘Aulne“ ergab! Mir blieb tatsächlich kurz die Spucke weg, als ich den sich schlängelnden Fluss im Tal erblickte. Die Hügel mit seinen Wäldern, Felder und kleineren Ortschaften war einfach ein total schöner Anblick und ich musste mich hinsetzen und es genießen! Die gegenüber liegende Hügelkette hatte ich dann wenig später überwunden und war lies den „wilden“, mittleren Arm von Crozon links liegen um auf das Cap Sizon zu gelangen, den letzten Arm. Rund um Crozon soll einer der schönsten Flecken der Bretagne sein, aber diesen sollte man erwandern und mindestens einen vollen Tag mitbringen. Ich entschloss mich, dass irgendwann nachzuholen und fuhr bis nach Beuzec-Cap-Sizun. Ein kurzer Abstecher machte ich zum „Phare du Millier“, bevor ich einen Platz zum schlafen suchte. Ein „Phare“ ist ein Leuchtturm. 😉 Ich hatte Glück und fand auf einem vollen Campingplatz noch einen Platz. Ich hatte leider mein Wasserstand total vergessen und daher musste ich umgeben von kleineren Ortschaften mir einen Campingplatz nehmen. Den Abend genoß ich dort am Strand auf einem erhöhten Felsen, wo der Wanderweg entlang führt! Mit der entsprechenden Musik bei einem tollen Sonnenuntergang, bekam ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht! 🙂 Ein wunderbarer, aber anstrengender Tag ging zu Ende. Vor mir lag nun der letzte Tag der Bretagne und ihrer wilden Art!

Der letzte Tag in der ursprünglichen und sehr speziellen Bretagne begann ich früh um den Sonnenaufgang zu erleben! Es ging als ersten Stopp an den „Pointe de Brézellec“. Es war Nebel in dem morgen Stunden und schon beim hinfahren war die Luft und die ersten Sonnenstrahlen, die durch den Nebel drangen was besonderes! Doch an diesem Ort war es einfach ein klein wenig magisch. Immer wieder kam die Sonnen für einen kurzen Augenblick durch. Danach ging es zum „Pointe de Castelmeur“, der einen Blick auf Brézellec frei gab, alles dahinter verschwand im Nebel. Das Nebelhorn eines Schiffes konnte man deutlich hören, aber es selber nicht. Doch die beiden bekanntesten sollten nun folgen. Ich hatte mir in der Früh, während ich das Zelt abbaute einen Kaffee gekocht und in meine kleine Thermoskanne umgefüllt, so konnte ich den Blick immer mit einem Schluck Kaffee genießen! Der « Pointe du Van » hat seinen speziellen Reiz wegen der Kapelle und eigentlich kann man den « Pointe du Raz » von dort aus schon sehen. Das Blumenmeer aus rosa und gelb, welche vom Tau noch nass waren leuchteten bei den kurzen Sonnenstrahlen. Zum letzten Mal sollte ich diese schönen Orte in der Bretagne sehen! Einer der Gründe, warum ich wieder zurück will in der Zukunft!!! Da es sehr früh war, war ich fast alleine an diesen Orten. Am Fuße des « Cap du Raz » machten sich die ersten Surfer startklar – es war kurz vor 9 Uhr – doch am Cap selber war alles in Nebel verhüllt und so konnte man den Leuchtturm und die Spitze leider nicht sehen. Aber das Meer hat hier mehr Wucht als an den anderen Orten. Man hörte es ganz deutlich gegen die Felsen schlagen! Als zweites Frühstück und zum aufladen meiner Elektronik, ging es in ein Café um 2 Crêpes und einen Kaffee zu genießen! Ich nutze dies um einfach mal die Eindrücke es sacken zu lassen. Der Vormittag war fantastisch und fand mit diesem Frühstück ein guten Schlusspunkt! Danach ging es, am Anfang noch mit steilen Passagen, entlang der Küste. Das Ziel war heute Bénodet. Es ging durch die tollen Küstendörfer und die Hafenstadt « Audierne ». Es wurde Abend und ich machte 30km vor Bénodet einen Stopp, da ich in der Nähe des Fahrradweges auf einem kleinen Campingplatz, fernab von Touristen, meine Ruhe fand. Es gab hier eine sensationelle, frisch gemachte Pizza für nur 8€! Das ist günstig für Frankreich und mit einem bretonischen Bier « Lancelot », schmeckte es umso besser!

Der nächste Tag ging von meinem Campingplatz in Lesconil nach Pont l’Abbe, ein kleiner Hafenort mit dem Blick auf die Île-Tudy. Dort am Hafen hatte ich mit einem Croissant und einem Pain au Chocolat den besten Blick auf die Insel! So schmeckt ein Kaffee und ein « Petit Déjeuner « , wie die Franzosen Ihr Frühstück nennen, besonders gut! 🙂 Der Radweg auf der Île-Tudy war sehr schön! Zuerst ging es durch kleine Wälder und an Weiden und Seen vorbei, bis es entlang der Dünen am Strand nach Sainte-Marine ging! Traumhaft war der Sonnenaufgang an diesem Tag. Ich liebe es, wenn das Meer noch ruhig ist und die Schiffe darauf leicht hin und her wiegen. Wenn dann das erste Licht auf dieses Schauspiel fällt muss ich anhalten und es genießen! Von Sainte-Marine ging es dann über eine große Brücke, wo man einen herrlichen Blick auf den „L‘Odet“ hat, der Bei Sainte-Marine und gegenüber Bénodet ins Meer mündet. Angekommen ging ich an die Fähranlegestelle am Hafen um nach einer Fahrkarte für die Insel „Saint-Nicholas“, wo ich mein Pausentag verbringen wollte, zu fragen. Leider war von Concarneau, dem eigentlichen Ziel heute, keine mehr frei und somit entschied ich kurzerhand in Bénodet mein Zelt aufzuschlagen und von dort aus morgen auf die Insel zu fahren. Vorher musste ich aber noch eine Wette einlösen von „Lui“. Er empfahl mir eine „Boulangerie“ (Bäckerei), die er beim letzten Urlaub als die beste emfpand. Ich sollte ein Baguette kaufen und ein Selfie mit der Verkäuferin machen. Gesagt getan bat ich um ein Selfie. Zum Glück konnte die Tochter Englisch und ich erklärte ihr meine Reise! Tolle Sache die Wette! 🙂 Den Tag chillte ich am Zelt, ging einkaufen und hatte einfach frei. Mein Körper fuhr sofort runter und am Strand schlief ich ein, bis ich von einem typischen kurzen Schauer unsanft geweckt wurde 😀 Der Pausentag war von Anfang geplant und somit war an diesem Tag auch ein tolles Abendessen drin. Es gab Gambas und eine Creme Brûlée. Man gönnt sich ja sonst nichts! Der Tag auf der Insel verlief ganz einfach. Ich lag am Strand, hörte Musik und schlief. Ab und zu ging es natürlich ins Meer! Der Sand dort ist weiß und das Wasser ist kühler als an der Küste! 🙂 Wunderbar!

Nach diesem erholsamen Tag ging es in den frühen Morgenstunden müde los in Richtung Concarneau! Entlang der „Marais de Mousterlin“ hatte ich eine der schönsten Sonnenaufgänge auf meiner Tour! Die Stadt Concarneau war natürlich voll mit Touristen und daher schaute ich mir den alten Hafen innen nicht an. Genoss im „L‘Amiral“ meinen Kaffee und fuhr nach einem kurzen Rundgang in Richtung Lorient, meinem heutigen Tagesziel. Die Strecke war schön, aber nicht so besonderes wie die letzten Tage. Der „Pointe de Trevignon“ mit seinem Leuchtturm war neben der Landschaft rund um „Pont-Aven“ das Highlight des Tages. Kurzfristig fand ich ein Sofa zum Schlafen in Lorient über Warmshowers und so konnte ich vor Lorient ins Meer springen und in Lorient mich in einen Irish Pub setzen, wo später Irish Folk von 3 Männern gespielt wurde. Es war toll und unterhaltsam! Dort traf ich ein Paar, welches auf Frankreich kommt, aber in Dublin wohnt. Sie trauerte mit mir, dass ich nicht nach Irland konnte… :/ Die Stadt selber ist während dem Krieg sehr zerstört wurden und daher nicht so sehenswert. Der Abend in Lorient war toll mit Solene und Ihrer Mitbewohnerin. Wir vergaßen total die Zeit und da Sie Urlaub hatte stand Sie am nächsten Morgen nur kurz auf um Tschüss zu sagen, denn um 7 Uhr war Ihr zu Früh, was ich verstehen kann. Ich sehne mich langsam auch danach, einfach mal auszuschlafen… Naja, so ist das halt 😀

Von Lorient ging es nun weiter in Richtung Süd-Osten. Die ursprüngliche Bretagne war nun schon lange hinter mir und die Strände waren voller Touristen. Um in Lorient den Fluss „Le Blavet“ zu überqueren, muss man eine Fähre vom Hafen nach Locmiquélic nehmen. Da Montag war, hatten noch einige Bäckereien zu, da diese Sonntags oft den ganzen Tag auf haben, sind die meisten am Montag zu. In Locmiquélic konnte ich in einer Bar einen Kaffee trinken, aber auch hier gab es nichts zum frühstücken. So fuhr ich bis nach Plouhinec um für mein Frühstück in einer Boulangerie zu halten. Es ist teilweise echt krass wie lange die Schlangen immer sind, nur für den Kauf von einem Baguette stehen die Leute gerne mehrere Minuten an. Ich musste nun die beiden Flüsse „Rivière d‘Etel“ und „Rivière d’Auray“ überqueren um zum „Golf von Morbihan“ zu gelangen, welchen ich an diesem Tag umfuhr. Das Wort „Mor bihan“ kommt aus dem Bretonischen und bedeutet „kleines Meer“, nach dem auch die Region benannt ist. Die Bucht hat mehrere kleine Inseln und die berühmte Hafenstadt „Vannes“ zu bieten. Die Stadt hat einen schönen Hafen und einige tolle Fachwerkhäuser. Da ich mir aber von Einheimischen sagen lassen habe, dass diese Stadt sehr teuer ist und vor Allem viele Pariser dort Urlaub machen, habe ich mich nicht lange dort aufgehalten und bin wieder raus in die Natur. Man kann mit dem Fahrrad bis zur Spitze nach „Port Navalo“ fahren, wo sich der Eingang zur Bucht befindet. Ich entschied mich, diese Sackgasse nicht mit zu nehmen und fuhr weiter in Richtung des Städtchens „Arzal“, welches am Fluss „La Vilaine“ liegt. Diesem habe ich überquert und bis zur Mündung ins Meer entlang gefolgt. Dort am Meer habe ich leider total den Mangel an Supermärkten und Bars unterschätzt. So lief ich Gefahr ohne Wasser und somit ohne Essen schlafen zu gehen. Ich suchte mir den nächsten Campingplatz. Die wollten von mir 27€ für einen Zeltplatz ohne Strom, da ich kurz vor der Schließung der Rezeption da war, verhandelte ich auf 17€, was immer noch teuer ist für einen Schlafplatz… Naja, selbst Schuld!!

Der nächste Tag war mit einem großen Schritt versehen. Es sollte nämlich bei Saint-Nazaire definitiv in Richtung Süden gehen, wenn ich die Loire überquere und wenn man nach den Bretonen geht, auch die Bretagne. Bis kurz vor La Rochelle geht zwar die Bretagne, aber die meisten sagen, dass alles südlich von Nantes nicht mehr dazu gehört. Es ging also in den frühen Morgenstunden los durch die „Marais Salants du Mes“. Eine „Marais“ sind die Gebiete die vom Meer immer wieder überflutet werden und somit neben eine wunderschönen Natur auch oft zur Salzgewinnung oder für das Sammeln von Austern verwendet werden. Nach einer kurzen Strecke entlang am Meer ging es durch die berühmten „Marais du Guérande“, diese sind bekannt für die vielen Salinen und somit für ihr Salz. An vielen kleinen Höfen oder Verkaufsstände kann man Salz und andere Produkte wie Honig kaufen. Die Fahrt durch die „Marais“ ist sehr einfach, da es durchgehend flach ist. Das besondere hier war, dass man wirklich zwischen den Salinen fuhr. Die Stadt Guérande thront sozusagen vor den gleichnamigen Salinen und hat eine Altstadt zu bieten, die von einer Festungsmauer umgeben ist. Dort angekommen sah ich ein tolles Café und genoss „Scones“ mir Marmelade und einen „Mango/Ingwer-Smoothie“. Es war gegen Mittag und das war nun mein zweites Frühstück, bevor es zu diesem gewaltigen Schritt über die Loire ging. In meinem Kopf spielte sich einiges ab und ich schaute auf meinen Helm und den Sticker der Bretagne und konnte genau erkennen, wo ich bin und wo es hin gehen wird. Ein verrücktes Gefühl zu wissen, dass es in den Süden geht!!! Das Café wurde von einem jungen Paar geschmissen und ich durfte meine Sachen aufladen und wir kamen auch kurz ins Gespräch. Sie machten mir Mut evtl. doch nach Spanien zu fahren. Mal sehen wie es kommt! Ich denke oft darüber nach und mache mich teilweise verrückt um ein paar Minuten später wieder zu sagen „Jetzt warte doch erst einmal ab.“ Die Fahrt nach Saint-Nazaire war unspektakulär und somit fand ich mich sehr schnell auf der großen Brücke, welche über die Mündung verläuft. Angekommen auf der anderen Seite setzte ich mich erst einmal und musste begreifen, was ich bisher geleistet habe und wo ich nun bin! Die Mittagspause war hier an diesem Ort genau richtig um es zu realisieren! Solche Momente muss man zulassen und sich wirklich die Zeit nehmen. Genau jenen Moment werde ich nie mehr vergessen, der ist tief eingebrannt! An diesem Tag durfte ich spontan bei einer Warmshower Gastgeberin Emmanuele übernachten in St. Michel Chef Chef. Tatsächlich ist das wirklich der Ort, wo die kleinen Kekse herkommen, welche du in Frankreich immer zum Kaffee bekommst. Ich entspannte am Strand und wir machten uns abends Galette (dunkler Crêpes mit etwas herzhaften) und zum Dessert gab es dann Crêpes. 🙂 Auch wenn die Bretagne hier eigentlich nicht aufhört, wird hier der Beitrag enden.

Rückblickend war es eine tolle Zeit in dieser einzigartigen und wunderschönen Gegend. Ich habe die Art zu leben im Norden sehr genossen. Die Menschen waren überaus freundlich und nett. Wie schon gesagt, werde ich definitiv mal wieder zurück kommen und die Bretagne wieder besuchen. Klar im Sommer kann man schwimmen gehen, aber ich glaube, dass diese Region auch im späten Frühling seinen Reiz hat! Natürlich befinde ich mich aktuell schon viel weiter südlich und werde noch weiter in den Süden vordringen. Leider macht Corona aktuell in Spanien einige Probleme und ich werde ziemlich sicher nicht die Grenze überqueren. Seid gespannt auf den nächsten Eintrag, dort werde ich mehr wissen und kann euch mehr mitteilen. Mich freut es übrigens, dass ich einige Wetten erfüllen konnte und bin jederzeit für weitere offen. 😉 Mir geht es wunderbar und ich strample fleißig jeden Tag. Einige fragen mich, wie ich die Motivation jeden Tag finde, aber das ist ganz einfach: Ich weiß, dass jeder Tag was neues bringt und selbst wenn das Wetter schlecht ist, gibt es Momente wo ich wie grinsendes Honigkuchenpferd auf dem Fahrrad sitze und staunend alles betrachte. Jeden Tag begegnet man neuen Menschen, die wenn Sie einen auch nur begrüßen, immer wieder Kraft geben! Bleibt weiter gesund und munter!

Liebe Grüße aus Frankreich! 🙂

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