Mut oder doch Vertrauen?

Wie oft höre ich in letzter Zeit den Satz „Du bist mutig? So ganz alleine und dann auch noch in Sizilien!“. Auf diesen Satz antworte ich oft wie aus der Pistole geschossen. „Ach was, das kann doch jeder machen, wenn er möchte und die Umstände es zulassen.“

Wenn ich dann für mich bin und mir über dieses Wort „Mut“ wieder Gedanken mache, dann merke ich wie mein Kopf verschiedene Verbindungen herstellt zu diesem einen Wort. Natürlich gehört viel Überwindung dazu ein sicheres Leben gegen ein Abenteuer einzutauschen und ja, eine gewisse Portion Mut gehört dazu. Andererseits könnte aber auch der Gedanke hoch kommen, dass es feige ist nicht sesshaft zu werden. Es kommt immer auf die Sichtweise an.

Wenn dieses Wort alleine steht, ist es sehr mächtig und vermittelt oft Angst neue Wege zu gehen. Für mich bedeutet Mut nicht nur, dass ich etwas wage, sondern auch Vertrauen. Nicht nur Vertrauen in mich selbst und meine Stärken, sondern auch Vertrauen in andere Menschen. Es ist auch mutig auf andere Menschen zu zugehen. Es ist mutig mit jemand seine Gedanken, Sorgen und Nöte zu teilen. Es ist mutig zu seiner Meinung zu stehen, auch wenn andere Menschen einer anderen sind. – Und ja, es ist mutig neue Wege zu gehen und alles hinter sich zu lassen. Wenn ich es aber anders formuliere, dann ist da auch Vertrauen. Ich vertraue darauf, dass ein Mensch mich nicht abweist, wenn ich auf Ihn zugehe. Ich vertraue darauf, dass jemand sich meine Gedanken, Sorgen und Nöte anhört. Ich vertraue darauf, dass der andere Mensch meine Meinung respektiert. Ich vertraue auf meinen Körper, dass er mich Schritt für Schritt durch das Abenteuer leitet.

Die Kombination Mut und Vertrauen gibt mir an Tagen, an denen ich zweifel oder ich zum zigsten Mal meine Ausrüstung checke, das richtige Gefühl! Deswegen sage ich jedes Mal zu mir selber: „Umso mehr Vertrauen ich in mich und andere habe, umso weniger Mut ist notwendig den nächsten Schritt zu tun!“. Leich ist das nicht, aber mit jedem bisschen wird es besser.

Unter den sogenannten „Thru Hiker“, so nennen sich Menschen die Fernwanderwege komplett von Anfang bis Ende laufen, gibt es den Spruch: „The trail provides!“. Schon während meiner Transalp letztes Jahr hat mich dieser Satz getragen und am Ende kam ich immer gesund und wohlbehalten an meinem Ziel an. Es ist ein gewisses Vertrauen in diesen Spruch, der dir in schwierigen Phasen Kraft geben soll. Ich habe bisher weiterhin nur einen groben Zeitplan der nach Kilometer geht und auch nur grobe Ziele, die ich auf jedenfall sehen und erleben möchte. Ansonsten werde ich mich buchstäblich überraschen lassen und Schritt für Schritt meinen Weg gehen 🙂

P. S. Ist der Spruch „The trail provides!“ nicht auch passend für den normalen Lebensalltag? Mal darüber nachdenken 😉

Gruß Michi

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