Sans-Papiers

Hi,

gestern war ich auf dem Konzert von Max Herre. Wer ihn nicht kennt, er war der Sänger/Rapper der Gruppe Freundeskreis, welche Mitte/Ende der 90er aktiv war. Seither bringt er eigene Platten raus, aber der Sound hat sich nicht geändert.

In diesem Song, welcher erst im August offiziell auf dem neuen Album veröffentlicht wird, geht uns um einen Jungen der sich als Flüchtling in einem fremden Land befindet.

Der Name des Songs ist „Sans-Papiers“. Das ist französisch und bedeutet „Papierloser“. Den Begriff „Sans-Papiers“ ist seit März 1996 der Name einer Bewegung. Im März 1996 wurde eine Kirche von 300 Westafrikaner/innen in Paris besetzt. Seitdem ist dies eine Bewegung die in ganz Frankreich verbreitet ist. Im Internet habe ich ein Statement dieser Bewegung aufgeschnappt:

»Ich werde versuchen, den Sinn von dem Kampf zu erklären, den wir seit über einem Jahr in Frankreich führen. Alles begann am 18. März 1996, als 300 Westafrikaner eine Kirche in Paris besetzten, um ganz einfach zu sagen: Wir sind da. Das war der erste Ruf: Wir sind da. Wir sind Männer und Frauen, die gewählt haben, in Frankreich zu leben. Jeder hat alleine alles versucht, um Papiere zu kriegen, und es hat nicht geklappt. Deswegen haben wir uns zusammengesetzt und haben eine Kirche besetzt, um den Leuten zu zeigen, was los ist. Eine Stunde später waren alle Medien da, Fernsehen und Rundfunk und Zeitungen, und dann waren auch die Unterstützungsorganisationen da, antirassistische Vereinigungen, politische Parteien, Gewerkschaften.« […]

»Seit zwanzig Jahren ist das internationale Finanzkapital bei uns und in anderen Südländern und entscheidet alles. Wir haben sowieso Regierungen, die keine Entscheidungen treffen. Die Weltbank oder der IWF entscheiden die ökonomische Orientierung. Der Staat finanziert z.B. keine Erziehung und keine Gesundheit mehr. Wenn man krank und arm ist, dann stirbt man einfach. Durch Kinderkrankheiten sterben bei uns noch kleine Kinder, jeden Tag. Das sind die Konsequenzen der Strukturanpassungsmaßnahmen und von den Schulden der Dritten Welt. Die Schulden sind da, die sollen wir sowieso bezahlen. Die Zinsen werden immer größer. In zwölf Jahren haben wir dreimal die Schulden bezahlt. 1980 haben sie den Dritte-Welt-Ländern 565 Milliarden geliehen, und 1992 haben wir 1662 Milliarden zurückbezahlt. Das heißt, das Geld kommt aus dem Süden und wird in den Banken der reichen Länder deponiert. Das ist die Situation, und man muß sich die Hauptfragen stellen: Ob es so weitergehen kann, daß die Völker der Südländer diese Schulden immer weiter bezahlen.Emigration ist die Konsequenz von den Schulden und den Strukturanpassungsmaßnahmen der Weltbank und des IWF. Es gibt einen Film, der über den Kampf gemacht wurde, und da sagt eine Frau: Wenn ich die Infrastruktur hätte bei mir, wenn ich Arbeit finden könnte, wenn ich gute Krankenhäuser bei mir hätte, dann wäre ich nicht hier. Ich würde einfach ab und zu mal Urlaub machen in Frankreich, weil es sowieso zu kalt ist im Winter. Wir wollen nicht um Papiere betteln. Diesen Humanitarismus wollen wir nicht. Das ist unser politischer Kampf und er stellt die Frage nach dem Nord-Süd-Verhältnis, den Dritte-Welt-Schulden, der Verteilung des Reichtums. Man kann nicht Stacheldrähte um Europa ziehen, solange es Armut, Elend und Krieg gibt. Man kann nicht Völker und Länder kolonisieren und dann sagen: Bleibt da, kommt nicht zu uns, wir brauchen Ruhe.« […]

Für mich ist das ein zentrales Thema meiner Wanderung durch Europa. Ich starte auf Sizilien, da die meisten Menschen nach Italien oder Griechenland mit dem Boot fliehen. Sie fliehen über das Meer nach Europa. Nicht um uns unserem Wohlstand zu berauben… Nein! Sie machen es um für sich ein Leben aufbauen zu können, da es in Ihrer Heimat nicht möglich ist. Wenn man es ganz pragmatisch ausdrücken möchte, haben wir diese Personen Ihrer Heimat beraubt in der Geschichte Europas. Heute flüchten viele vor Armut, Verfolgung, Hunger und Krieg… Wie wird es, wenn der Klimawandel durch die Großmächte nicht verhindert wird? Wir werden noch mehr Flüchtlinge bekommen.
Wir in Europa haben die Verpflichtung gegenüber der Welt hier voran zu gehen und auch weltoffen zu agieren. Das sind die Werte, weswegen wir seit mehr als 70 Jahren in Frieden und Wohlstand leben. In anderen Teilen der Welt war und ist dies nicht der Fall!
Mein Ziel ist es, genau auf diese Punkte aufmerksam zu machen und den ein oder anderen Cent an Spenden zu generieren. Das wir als Europäer unseren Mitmenschen etwas abgeben und wenn es nur ein kleiner Beitrag ist! Ich hoffe es wird einige Wetteneinsätze geben, damit wir zusammen unseren Mitmenschen helfen können!
In diesem Sinne: Hört euch den Song an und beurteilt selber, was euer Herz sagt! Mich macht dieser Song traurig und gleichzeitig bestärkt es mich in meinem Vorhaben nächstes Jahr! #Footstepsforhappiness
Euer Michi
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