Abgrund – Gedanken aus „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“

Hey,

ich habe heute den 2. Teil der Reihe „Café am Rande der Welt“ gelesen. In einem Abschnitt geht es darum, den Schritt los zugehen, auch wenn man vor dem geistigen Auge den „Abgrund“ sieht.

Hier der Ausschnitt: 

… „Wo wäre ich jetzt wohl, wenn diese Nacht nicht gewesen wäre?“ Ich schüttelte den Kopf. „Kaum auszudenken.“ 

„Du warst bereit dafür“, antwortete Casey. „Und aufgrund dieser Bereitschaft hast du entsprechend gehandelt.“ Ich wendete mich ihr wieder zu. „Irgendwie habe ich es einfach gewusst. Ich wusste, dass alles gut laufen würde, wenn ich mein Kanu (Lebensrucksack, hier ein Kanu) zuerst mit den Dingen befüllte, die mir am wichtigsten waren. Wie es laufen würde, wusste ich nicht. Nur, dass es gut werden würde.“

„Und so war es dann auch“, sagte sie.

Ich nickte. „In einem Maße, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.“ Ich zögerte. „Es gibt diesen Punkt, an dem man Vertrauen haben muss. Man kann etwas planen und vorbereiten, man kann darüber nachdenken und mit anderen Leuten reden … Aber dann kommt ein Moment, an dem man am Rande eines Abgrunds steht und einen Schritt nach vorne machen muss. Nur um dann festzustellen, dass da gar kein Abgrund war.

Seit wir auf diesen Planeten gekommen sind, war alles darauf angelegt, dass wir uns in diese Richtung bewegen. Wir wurden dabei unterstützt, geleitet, ermutigt … auf dem ganzen Weg. Es ist ein komplexes, wunderbar gestaltetes Spiel, das darauf ausgerichtet ist, dass wir erfolgreich sind und nicht scheitern.“

… „Wie jeder andere hatte auch ich eine Zeit, in der es mir nicht klar war. Es gab eine Zeit, in der die Ängste und Sorgen, das Sollen und Müssen sowie das Nicht-Dürfen mein Leben dominierten. Aber sobald man in Übereinstimmung mit seinem Herzen agiert und sieht, dass alles gut funktioniert, verabschiedet man sich von diesen Vorstellungen…“

Als ich diesen Abschnitt las, erinnerte ich mich an das Gefühl, als ich in New York in der U-Bahn saß. Ab diesem Zeitpunkt lebe ich nach meinem Herzen, dass was ich vorhabe ist mein aller größter Wunsch. Ich könnte das komplette Ende dieses Buches hier erwähnen, weil es so krass auf mich passt und auf meine Zukunft. Es ist nicht mehr nur eine wilde Idee und ich muss ganz ehrlich sagen, die war es eigentlich nie, seit dem ich damals diesen unbändigen Wille danach verspürte. Es kam kein vielleicht mehr in einem Satz, wo ich davon erzählte. Das einzige unklare war die Route, aber selbst die war grob im Kopf gesteckt. 

Ich glaube auf meinem Weg, welcher seit Januar begonnen hat, wird es noch viele sogenannte „Abgründe“ geben, wo ich Mut brauche den ersten Schritt zu wagen. Das sind genau die Situationen, wenn ich es meine Familie oder guten Freunden sage. Am Anfang habe ich kurz Angst, was sie sagen würden, aber nach dem es raus ist sprudeln die Worte nur so raus. Dasselbe war es, als ich meine Vorgesetzten und die Personalabteilung informierte. Der erste Schritt ist schwierig, es arbeitet in einem, aber ist es raus und man die Person überzeugt von dem Willen es zu tun, fühlt es sich wunderbar an. Als ich es letzte Woche in der Sächsischen Schweiz meinem Teamleiter erzählt habe, war es eine sehr schwierige Situation für mich. Genau hier war ein Abgrund, da er mit mir mit wanderte. Ich traute mich erst am 2. Tag. Ich habe unruhig geschlafen und war stiller als normal… Es arbeitete in mir, aber als ich es erzählte und ich den Schritt machte, waren alle Sorgen weg. 

Das verrückte ist, ich mache mir überhaupt keine Sorgen vor der Tour, sondern Sorgen darum wie es den anderen damit geht. Ich bin gespannt, wann sich dies einstellt, aber das sind die Abgründe die sich aufzeigen, weil jeder nach „Schema-F“ funktionieren muss und sich nicht traut auszubrechen. Es fühlt sich fremd an.

Wenn ich daran denke, habe ich mehr als 2 Jahre gebraucht, um diesen Traum zu verwirklichen. 

Mein Leben hat sich schon nach der Transalp geändert. Ich bin seit diesen 22 Tagen ein Mensch, der alles viel lockerer sieht und ich habe mich seither nie mehr in Situationen gebracht, wo mein Körper sagt „Pass auf!“.

Ich habe mir keine Dinge für meine Wohnung gekauft und lebe hier den „Minimalismus“. Ich gönnte mir nur einen Schaukelstuhl und nach einem halben Jahr einen einfachen Kleiderschrank von Ikea, der zusammengesteckt wird. Mir fehlt nichts! Jeden Tag aufzuwachen und zu wissen, es ist bald soweit füllt mich mit Kraft die unbeschreiblich ist. Jetzt nachdem auch meine Arbeitsstelle informiert ist, bin ich sehr befreit und sprudele noch mehr vor Energie. 

Die Abgründe werden kommen, aber ich bin bereit den ersten Schritt zu gehen. Es sind nur noch 8 Monate Wartezeit… 🙂

Euer Michi

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